Written by

Laura Bailey

Published

Klassischer Allerheiligenstriezel – Bestes Rezept für butterweichen Hefezopf

Ready In 2 Stunden 30 Minuten
Servings 12 Scheiben
Difficulty Mittel

Letzten Dienstag stand ich im Supermarkt, völlig abgelenkt von der Einkaufsliste, als mich plötzlich dieser Duft traf. Jemand hatte direkt neben mir einen Korb mit frischen Äpfeln abgestellt, aber es war nicht der Apfelgeruch – es war etwas anderes. Eine winzige Nuance von Vanille und abgeriebener Zitronenschale, die aus einem Regal mit Backzutaten wehte. Und ehrlich gesagt, ich war in diesem Moment nicht mehr Mitte dreißig im Supermarkt. Ich war vielleicht acht Jahre alt, stand in Oma Hildes kleiner Küche und sah zu, wie ihre Hände einen Teig kneteten, der später der fluffigste Hefezopf der Welt werden würde.

Oma Hilde ist schon lange nicht mehr da, und ihre Küche riecht heute nach anderen Dingen. Aber dieser Geruch – der von frischer Hefe, Butter und einer Prise Kardamom – der hat sich irgendwo tief in mir festgesetzt. Ich habe danach jahrelang versucht, diesen Klassischen Allerheiligenstriezel nachzubacken, und bin immer wieder an der Konsistenz gescheitert. Er war entweder zu trocken, zu kompakt oder hat einfach nicht so geschmeckt, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Vielleicht kennt ihr das ja, wenn man ein Gericht aus der Kindheit so perfekt im Kopf hat, dass jede eigene Version erstmal enttäuscht.

Letztes Jahr habe ich dann endlich kapiert, woran es lag. Ich hatte die Butter immer zu kalt verarbeitet und den Teig nicht lange genug ruhen lassen. Klingt banal, oder? Aber genau dieser Moment, als ich den ersten perfekt aufgegangenen, butterweichen Allerheiligenstriezel aus dem Ofen holte – da war Oma Hilde irgendwie wieder da. Dieses Rezept ist nicht einfach nur ein Hefezopf. Es ist ein Stück Erinnerung, das man schmecken kann. Und es ist so einfach, dass es jede Familie hinbekommt, versprochen.

Warum ihr diesen Allerheiligenstriezel lieben werdet

Dieser Klassische Allerheiligenstriezel ist nicht einfach nur ein weiteres Hefezopf-Rezept. Er ist das Ergebnis von ungefähr fünfzehn Fehlversuchen, drei durchweinten Teigschüsseln und einem Anruf bei einer älteren Nachbarin, die mir dann endlich den entscheidenden Trick verraten hat. Und genau deshalb funktioniert er auch für euch – selbst wenn ihr nicht die erfahrensten Bäcker seid.

  • Butterweich und saftig: Durch die richtige Menge an Butter und die optimale Gehzeit wird dieser Striezel so zart, dass er auf der Zunge zergeht. Kein trockenes Gebäck mehr!
  • Einfache Zutaten: Ihr braucht nichts Exotisches. Mehl, Hefe, Butter, Milch, Eier und etwas Zucker – das habt ihr garantiert zu Hause. Keine teuren Spezialitäten, die man nur in einem bestimmten Laden bekommt.
  • Perfekt für die ganze Familie: Ob zum Frühstück am Sonntag, als Mitbringsel zum Kaffeeklatsch oder eben traditionell zu Allerheiligen – dieser Zopf schmeckt einfach immer. Und er ist so unkompliziert, dass auch die Kinder beim Flechten helfen können.
  • Resteverwertung par excellence: Falls mal etwas übrig bleibt (was selten vorkommt), schmeckt er am nächsten Tag getoastet nochmal ganz wunderbar. Und eingefroren hält er sich problemlos einen Monat.
  • Dieses Gefühl: Wisst ihr, wenn man den ersten Bissen von etwas nimmt und einfach nur die Augen schließen muss? Genau das passiert hier. Der Duft von gebackenem Hefeteig, der durch die Wohnung zieht, ist ja schon fast therapeutisch.

Ich habe das Rezept so lange getestet, bis es wirklich jeder hinkriegt. Es ist nicht dieses “vielleicht klappt es, vielleicht nicht”-Ding. Es ist ein sicherer Kandidat für eure Backroutine. Und mal ehrlich: Gibt es etwas Schöneres, als einen selbstgebackenen, duftenden Allerheiligenstriezel stolz auf den Tisch zu stellen? Ich glaube nicht.

Welche Zutaten ihr braucht

Für diesen Klassischen Allerheiligenstriezel verwenden wir ganz bewusst einfache, aber qualitativ hochwertige Zutaten. Das Geheimnis liegt nicht in ausgefallenen Produkten, sondern in der richtigen Verarbeitung. Hier kommt, was ihr benötigt:

Für den Teig

  • 500 g Weizenmehl (Type 550): Das ist die ideale Mehltype für Hefeteig. Sie hat genug Klebereiweiß für eine schöne Struktur, macht den Teig aber nicht zu fest. Ich persönlich greife am liebsten zur Marke “Rosenmehl” oder der Eigenmarke von “Alnatura”, aber jedes gute Weizenmehl tut es.
  • 1 Würfel frische Hefe (42 g) oder 2 Päckchen Trockenhefe: Frische Hefe gibt dem Gebäck ein etwas intensiveres Aroma, aber Trockenhefe ist genauso zuverlässig. Achtet bei frischer Hefe darauf, dass sie nicht bröckelig ist, sondern sich leicht zerdrücken lässt und süßlich riecht.
  • 250 ml lauwarme Milch: Die Milch darf nicht heiß sein, sonst stirbt die Hefe ab. Lauwarm heißt etwa Körpertemperatur – kurz den Finger reinstrecken, es sollte sich angenehm anfühlen. Vollmilch gibt den schönsten Geschmack, aber ihr könnt auch fettärmere Milch nehmen.
  • 80 g weiche Butter: Die Butter muss wirklich weich sein, nicht nur kühlschrankkalt. Holt sie rechtzeitig raus. Ich nehme am liebsten deutsche Markenbutter, die hat einfach den besten Fettgehalt für so einen Butterzopf.
  • 80 g Zucker: Normaler Haushaltszucker reicht völlig. Wer es etwas aromatischer mag, kann die Hälfte durch braunen Zucker ersetzen – das gibt eine leichte Karamellnote.
  • 2 Eier (Größe M): Eier sollten Zimmertemperatur haben. Wenn ihr sie direkt aus dem Kühlschrank nehmt, legt sie für 10 Minuten in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser.
  • 1 Prise Salz: Klingt unscheinbar, aber Salz ist der Geschmacksträger. Es hebt die Süße und die buttrige Note hervor.
  • 1 Päckchen Vanillezucker: Oder das Mark einer halben Vanilleschote, wenn ihr es richtig edel haben wollt. Vanillezucker ist aber völlig in Ordnung und spart Zeit.
  • Abrieb einer halben, unbehandelten Zitrone: Das ist mein kleiner Geheimtipp! Der Zitronenabrieb macht den Teig unglaublich frisch und verfeinert das Aroma. Unbedingt nur die gelbe Schale nehmen, das Weiße ist bitter.
  • 1 Prise Kardamom (optional): Meine Oma hat immer ganz wenig Kardamom in den Hefeteig gegeben. Es ist so subtil, dass man es nicht direkt herausschmeckt, aber es gibt diesem Striezel diese unverwechselbare, warme Note.

Für die Glasur und den Belag

Allerheiligenstriezel preparation steps

  • 1 Eigelb (für den Glanz): Mit etwas Milch verquirlt, gibt das die schöne, goldbraune Kruste.
  • 2 EL Hagelzucker oder Mandelblättchen: Zum Bestreuen. Hagelzucker knirscht so schön unter den Zähnen, Mandelblättchen geben Biss. Ich nehme meist eine Mischung aus beidem.
  • Etwas Milch (zum Verdünnen des Eigelbs): Ein Schuss reicht, sonst wird die Glasur zu dünn.

Seht ihr? Alles Zutaten, die man entweder im Vorratsschrank hat oder für wenig Geld im Supermarkt bekommt. Genau das liebe ich an diesem Rezept. Es ist ehrlich, unkompliziert und trotzdem ein Gedicht.

Welche Ausrüstung ihr benötigt

Ihr braucht keine teure Küchenmaschine, um diesen Klassischen Allerheiligenstriezel zu backen. Mit den richtigen Basics kommt ihr super zurecht. Hier ist, was ich empfehle:

  • Eine große Rührschüssel: Am besten aus Edelstahl oder Keramik. Sie sollte groß genug sein, damit der Teig beim Gehen Platz hat, sich zu verdoppeln.
  • Ein Küchenhandtuch oder Frischhaltefolie: Zum Abdecken des Teigs während der Gehzeit. Ein feuchtes Tuch verhindert, dass der Teig austrocknet.
  • Ein Holzbrett oder eine saubere Arbeitsfläche: Zum Kneten und Formen des Zopfes. Ein Silikon-Backmatte tut es auch.
  • Ein scharfes Messer oder ein Teigschaber: Zum Portionieren des Teigs.
  • Ein Backblech mit Backpapier: Oder eine große Kastenform, wenn ihr einen Zopf im Kasten backen wollt. Für den klassischen Zopf reicht das Blech.
  • Ein kleiner Pinsel: Zum Auftragen der Eiglasur. Ein Silikonpinsel ist leicht zu reinigen.
  • Eine Küchenwaage: Backen ist eine Wissenschaft, und genaue Mengen sind wichtig. Ich habe meine günstige Waage von “Soehnle” seit Jahren und sie tut ihren Dienst.

Ein Tipp von mir: Wenn ihr oft Hefeteig macht, lohnt sich eine Küchenmaschine mit Knethaken. Ich habe mir letztes Jahr eine gebrauchte “KitchenAid” gekauft, und sie ist ein Gamechanger. Aber ehrlich, meine Oma hat den Teig jahrzehntelang mit der Hand geknetet, und ihr Striezel war der beste. Also: Keine Ausreden!

Zubereitung: Schritt für Schritt zum perfekten Allerheiligenstriezel

Jetzt wird es ernst! Ich führe euch durch jeden Schritt, damit wirklich nichts schiefgehen kann. Versprochen. Die Zubereitung dauert etwa 30 Minuten aktive Arbeit, plus etwa 2 Stunden Gehzeit. Das hört sich viel an, aber die meiste Zeit macht der Teig ja die Arbeit.

  1. Das Vorteig ansetzen (15 Minuten): Erwärmt die 250 ml Milch in einem kleinen Topf oder in der Mikrowelle, bis sie lauwarm ist. Bröselt die frische Hefe hinein und rührt sie mit einem Löffel ein, bis sie sich aufgelöst hat. Gebt 1 Esslöffel Zucker und 3 Esslöffel Mehl (vom Gesamtmehl) dazu. Verrührt alles zu einem dünnen Brei. Deckt die Schüssel ab und lasst das Vorteig an einem warmen Ort (keine Zugluft!) für etwa 15 Minuten gehen. Es sollte schäumen und Blasen werfen. Wenn das nicht passiert, ist entweder die Hefe alt oder die Milch war zu heiß – dann nochmal von vorne anfangen.
  2. Den Hauptteig kneten (10-15 Minuten): Gebt das restliche Mehl, die weiche Butter, die restlichen 80 g Zucker, die beiden Eier, die Prise Salz, den Vanillezucker, den Zitronenabrieb und den optionalen Kardamom in eine große Schüssel. Gießt das Vorteig dazu. Jetzt wird geknetet! Mit den Händen oder der Küchenmaschine mindestens 10 Minuten lang. Der Teig ist anfangs klebrig, aber nach ein paar Minuten wird er geschmeidig und glatt. Er sollte sich vom Schüsselrand lösen und nicht mehr kleben. Wenn er noch zu feucht ist, gebt einen Esslöffel Mehl dazu. Ist er zu trocken, einen Schluck Milch.
  3. Die erste Gehzeit (60 Minuten): Formt den Teig zu einer Kugel, legt ihn zurück in die Schüssel und deckt ihn mit einem sauberen Küchentuch ab. Stellt die Schüssel an einen warmen Ort – ich stelle sie oft auf die Heizung oder in den ausgeschalteten Backofen mit einer Schüssel heißem Wasser darunter. Lasst den Teig für mindestens 60 Minuten gehen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Ein Fingerabdruck sollte langsam zurückfedern. Geduld ist hier der Schlüssel!
  4. Den Teig formen und flechten (10 Minuten): Stürzt den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche und teilt ihn in drei gleich große Stränge. Rollt jeden Strang mit den Handflächen zu einer etwa 30 cm langen Rolle. Achtet darauf, dass die Stränge nicht zu dünn sind, sonst werden sie beim Backen zu trocken. Legt die drei Stränge nebeneinander und flechtet einen lockeren Zopf. Drückt die Enden fest zusammen und schiebt sie unter den Zopf, damit er sauber aussieht. Legt den Zopf auf das vorbereitete Backblech.
  5. Die zweite Gehzeit (30-45 Minuten): Deckt den Zopf erneut mit einem Tuch ab und lasst ihn weitere 30-45 Minuten gehen. Er sollte nochmal deutlich an Volumen zunehmen. Je länger ihr ihn gehen lasst, desto luftiger wird er. Aber übertreibt es nicht – wenn er zu lange geht, fällt er im Ofen zusammen.
  6. Den Ofen vorheizen und den Zopf bestreichen: Heizt den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze (160 Grad Umluft) vor. Verquirlt das Eigelb mit einem Schuss Milch und bestreicht den Zopf vorsichtig mit einem Pinsel. Bestreut ihn mit Hagelzucker und/oder Mandelblättchen.
  7. Backen (25-30 Minuten): Schiebt das Blech in die Mitte des vorgeheizten Ofens und backt den Allerheiligenstriezel für 25-30 Minuten. Er sollte goldbraun sein und hohl klingen, wenn ihr auf die Unterseite klopft. Wenn er zu schnell dunkel wird, deckt ihn nach 15 Minuten mit Alufolie ab. Lasst ihn nach dem Backen auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen.

Seht ihr? Gar nicht so schwer. Der schwierigste Teil ist das Warten, aber der Duft, der während des Backens durch die Küche zieht, macht alles wett.

Tipps und Tricks für den perfekten Hefezopf

Ich habe bei diesem Rezept so viel gelernt – oft durch Fehler. Hier sind meine besten Tipps, damit euer Allerheiligenstriezel garantiert gelingt:

  • Die richtige Temperatur ist alles: Hefe ist ein Lebewesen und mag es weder zu heiß noch zu kalt. Die Milch muss lauwarm sein, die Eier und die Butter sollten Zimmertemperatur haben. Wenn alles kalt ist, dauert die Gehzeit ewig. Wenn alles zu warm ist, stirbt die Hefe.
  • Nicht zu viel Mehl verwenden: Ein häufiger Fehler ist, den Teig mit Mehl zu bestäuben, damit er nicht klebt. Das macht ihn trocken. Besser die Hände leicht mit Öl einreiben oder den Teig auf einer leicht geölten Fläche kneten. Der Teig darf ruhig etwas weicher sein.
  • Die Gehzeit nicht verkürzen: Ich weiß, es ist verlockend, den Teig früher zu verarbeiten. Aber die Gehzeit ist entscheidend für die Luftigkeit. Wenn ihr wenig Zeit habt, könnt ihr den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen lassen (dann aber abgedeckt und für 12-24 Stunden). Das verlängert die Gehzeit, verbessert aber das Aroma.
  • Der Fingerprobe-Test: Nach der ersten Gehzeit macht ihr den Test: Drückt mit dem Finger leicht in den Teig. Geht die Delle langsam zurück, ist der Teig perfekt. Bleibt sie, ist er überreif. Geht sie sofort zurück, braucht er noch mehr Zeit.
  • Nicht zu fest flechten: Der Zopf sollte locker geflochten sein. Wenn ihr die Stränge zu fest zieht, reißt der Teig beim Backen und der Zopf wird ungleichmäßig.
  • Die Glasur macht den Glanz: Verpasst nicht die Eiglasur! Sie sorgt für die schöne, goldbraune Kruste. Wenn ihr sie vergesst, wird der Zopf blass und trocken. Ich habe das einmal gemacht – nie wieder!

Ein letzter Tipp: Wenn der Zopf nach dem Backen etwas zu dunkel ist, macht das nichts. Das ist oft ein Zeichen dafür, dass der Zucker karamellisiert ist und der Zopf besonders aromatisch schmeckt. Perfektion ist überschätzt, oder?

Variationen und Anpassungen

Das Schöne an diesem Klassischen Allerheiligenstriezel ist, dass er sich wunderbar anpassen lässt. Hier sind ein paar Ideen, wie ihr ihn variieren könnt:

  • Süße Füllung: Vor dem Flechten könnt ihr die Teigstränge flach drücken und mit einer dünnen Schicht Marzipan, Nuss-Nougat-Creme oder einer Zimt-Zucker-Mischung bestreichen. Dann aufrollen und flechten. Das gibt einen überraschenden, süßen Kern.
  • Trockenfrüchte und Nüsse: Gebt beim Kneten 100 g gehackte Walnüsse, Mandeln oder Rosinen mit in den Teig. Das sorgt für Biss und eine fruchtige Note. Ich mag eine Mischung aus gehackten Haselnüssen und getrockneten Cranberries.
  • Schokoladenversion: Für die Schokoladenfans unter uns: Ersetzt 30 g Mehl durch 30 g Backkakao. Das gibt einen herrlich schokoladigen Hefezopf. Dazu passen weiße Schokoladenstückchen, die ihr vor dem Flechten in den Teig einarbeitet.
  • Herzhafte Variante: Ja, ihr habt richtig gehört! Lasst den Zucker und den Vanillezucker weg und gebt stattdessen 1 Teelöffel Salz, etwas Kümmel oder getrocknete Kräuter (wie Rosmarin oder Thymian) in den Teig. Formt daraus einen herzhaften Zopf, den ihr wunderbar zu einer Suppe oder einem Salat servieren könnt.
  • Glutenfrei: Verwendet eine glutenfreie Mehlmischung für Hefeteig (z.B. von “Schaer” oder “Dove’s Farm”). Die Konsistenz wird etwas anders sein, aber es funktioniert. Achtet darauf, dass die Mehlmischung Xanthan oder Guarkernmehl enthält, das bindet den Teig. Die Gehzeit kann etwas länger sein.
  • Vegan: Ersetzt die Butter durch vegane Margarine, die Milch durch Hafer- oder Mandelmilch und die Eier durch 2 Esslöffel Apfelmus oder geschrotete Leinsamen (2 EL Leinsamen + 6 EL Wasser, 10 Minuten quellen lassen). Die Glasur könnt ihr mit etwas Ahornsirup und einem Schuss Pflanzenmilch ersetzen. Der Zopf wird etwas weniger fluffig, aber immer noch lecker.

Meine persönliche Lieblingsvariation ist die mit Marzipan. Einfach den Teig ausrollen, eine dünne Schicht Marzipan darauf geben, aufrollen und dann den Zopf flechten. Das schmeckt wie ein teures Gebäck aus der Konditorei, ist aber selbst gemacht.

Servier- und Aufbewahrungstipps

Der Klassische Allerheiligenstriezel schmeckt am besten, wenn er frisch aus dem Ofen kommt und noch leicht warm ist. Aber auch am nächsten Tag ist er ein Genuss. Hier meine Tipps:

  • Servieren: Serviert den Zopf in dicken Scheiben, mit etwas Butter bestrichen. Dazu passt ein Klecks Marmelade, Honig oder Nutella. Auch ein Stück Käse (wie Butterkäse oder junger Gouda) harmoniert überraschend gut mit dem süßen Teig. Für einen besonderen Brunch könnt ihr ihn mit einem frischen Obstsalat und einer Tasse Kaffee oder Tee kombinieren.
  • Aufbewahrung bei Raumtemperatur: Wickelt den ausgekühlten Zopf in ein sauberes Küchentuch oder in Frischhaltefolie ein. So bleibt er 2-3 Tage lang frisch und saftig. Legt ihn nicht in eine Plastiktüte, da wird er schnell weich und klebrig.
  • Einfrieren: Der Allerheiligenstriezel lässt sich hervorragend einfrieren. Wickelt ihn dafür fest in Frischhaltefolie und dann in einen Gefrierbeutel. So hält er sich bis zu 3 Monaten. Zum Auftauen einfach bei Zimmertemperatur liegen lassen oder im Ofen bei 150 Grad für 10 Minuten aufbacken.
  • Aufbacken: Wenn der Zopf ein oder zwei Tage alt ist, schmeckt er getoastet einfach himmlisch. Schneidet ihn in Scheiben, toastet sie im Toaster oder brat sie in einer Pfanne mit etwas Butter. Das macht ihn wieder knusprig und weckt die Aromen.
  • Flavorentwicklung: Interessanterweise schmeckt der Zopf am zweiten Tag oft noch etwas besser. Die Aromen von Vanille, Zitrone und Kardamom haben dann Zeit, sich richtig zu entfalten. Also keine Sorge, wenn ihr ihn nicht sofort esst.

Ein Tipp aus meiner Kindheit: Meine Mutter hat den Striezel immer in dünne Scheiben geschnitten und sie dann im Backofen bei niedriger Hitze getrocknet. Das gab diese knusprigen “Zopf-Chips”, die wir dann in Milch getunkt haben. Klingt seltsam, schmeckt fantastisch!

Nährwertangaben und gesundheitliche Vorteile

Ich bin keine Ernährungsberaterin, aber ich weiß, dass Essen auch Genuss sein darf. Trotzdem gebe ich euch eine ungefähre Einschätzung der Nährwerte pro Portion (bei 12 Scheiben):

Nährwert Pro Portion (ca. 70g)
Kalorien ca. 220 kcal
Fett ca. 8g
davon gesättigte Fettsäuren ca. 4g
Kohlenhydrate ca. 32g
davon Zucker ca. 10g
Eiweiß ca. 6g
Ballaststoffe ca. 1g

Ein paar gesundheitliche Aspekte: Die Butter liefert fettlösliche Vitamine (A, D, E), die Eier sind reich an hochwertigem Eiweiß und Vitamin B12. Der Zitronenabrieb bringt eine kleine Dosis Vitamin C mit. Klar, es ist kein Diät-Rezept, aber es ist ein Stück handgemachtes Glück. Und ich finde, das zählt mehr als jede Kalorie. Wenn ihr auf Zucker verzichten wollt, könnt ihr den Zucker durch Erythrit oder Kokosblütenzucker ersetzen – das funktioniert überraschend gut, auch wenn der Teig dann etwas weniger aufgeht.

Für Allergiker: Dieses Rezept enthält Gluten (Weizenmehl), Milchprodukte (Butter, Milch) und Eier. Wer eine Laktoseintoleranz hat, kann laktosefreie Milch und Butter verwenden. Die vegane Variante habe ich oben schon beschrieben. Achtet bei den Mandelblättchen auf Spuren von anderen Nüssen, falls ihr eine Nussallergie habt.

Fazit

Dieser Klassische Allerheiligenstriezel ist mehr als nur ein Rezept. Er ist eine Einladung, innezuhalten, den Duft von frisch gebackenem Hefeteig zu genießen und vielleicht ein bisschen Kindheit zurückzuholen. Ich habe so viele Versionen davon gebacken, und diese hier ist meine absolute Lieblingsversion. Sie ist butterweich, unkompliziert und schmeckt nach genau dem, was ich damals in Oma Hildes Küche gerochen habe.

Probiert es aus! Lasst den Teig gehen, fühlt die weiche Masse unter euren Händen und freut euch auf diesen ersten Bissen. Und wenn ihr euren eigenen Twist hinzufügt – sei es mit Schokolade, Nüssen oder einer Prise Zimt – dann ist das genau der richtige Weg. Backen ist ja schließlich keine Wissenschaft, sondern eine Liebeserklärung an die Sinne.

Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir in den Kommentaren erzählt, wie euer Allerheiligenstriezel geworden ist. Welche Variation habt ihr ausprobiert? Oder habt ihr vielleicht auch eine Erinnerung an jemanden, der diesen Zopf für euch gebacken hat? Teilt es mit mir! Und wenn euch das Rezept gefällt, dann teilt es doch mit euren Freunden und eurer Familie. Denn gutes Essen ist doch das schönste Geschenk, das man weitergeben kann.

Also, ran an die Schüsseln und losgebacken! Euch einen wunderbaren, duftenden Tag.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Kann ich den Teig auch am Vortag zubereiten?

Ja, absolut! Das ist sogar eine meiner Lieblingsmethoden. Bereitet den Teig wie beschrieben zu, lasst ihn die erste Gehzeit machen, schlagt ihn dann kurz durch und wickelt ihn in Frischhaltefolie. Legt ihn über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag lasst ihr ihn 30 Minuten bei Raumtemperatur akklimatisieren, formt und flechtet ihn und lasst ihn dann die zweite Gehzeit machen. Das verlängert die Aromenbildung ungemein.

Warum wird mein Hefezopf immer so trocken?

Das liegt meistens an einem von drei Dingen: Entweder der Teig war zu trocken (zu viel Mehl), die Backzeit war zu lang oder die Hefe war nicht aktiv genug. Achtet darauf, dass der Teig schön weich und geschmeidig ist und nehmt ihn rechtzeitig aus dem Ofen. Ein Zopf ist fertig, wenn er goldbraun ist und hohl klingt. Lieber eine Minute früher raus als eine Minute zu spät.

Kann ich den Allerheiligenstriezel auch ohne Ei backen?

Ja, für eine vegane Variante funktioniert das. Ersetzt jedes Ei durch 1 Esslöffel Apfelmus oder 1 Esslöffel geschrotete Leinsamen mit 3 Esslöffeln Wasser (10 Minuten quellen lassen). Der Teig wird etwas weniger fluffig, aber immer noch sehr lecker. Die Glasur könnt ihr mit etwas Ahornsirup und einem Schuss Pflanzenmilch ersetzen.

Wie bekomme ich den Zopf besonders fluffig und luftig?

Das Geheimnis liegt in der Geduld. Gebt dem Teig ausreichend Zeit zum Gehen – mindestens 60 Minuten für die erste und 30-45 Minuten für die zweite Gehzeit. Knetet den Teig außerdem lange genug (10-15 Minuten), damit das Klebereiweiß im Mehl richtig aktiviert wird. Und verwendet frische Hefe oder überprüft das Mindesthaltbarkeitsdatum der Trockenhefe.

Kann ich den Zopf auch in einer Kastenform backen?

Ja, das geht wunderbar! Fettet eine Kastenform (ca. 30 cm Länge) ein und bemehlt sie leicht. Formt den Teig zu einem Zopf oder legt die drei Stränge einfach nebeneinander in die Form. Lasst ihn dann die zweite Gehzeit machen und backt ihn wie gewohnt. Die Backzeit kann sich um 5-10 Minuten verlängern, da der Teig in der Form dichter ist. Einfach die Stäbchenprobe machen.

Pin This Recipe!

Allerheiligenstriezel recipe

Print

Klassischer Allerheiligenstriezel – Bestes Rezept für butterweichen Hefezopf

Dieser butterweiche Allerheiligenstriezel ist ein traditioneller Hefezopf, der mit einfachen Zutaten und einer Prise Zitronenabrieb und Kardamom zu einem unvergesslichen Geschmackserlebnis wird. Perfekt für die ganze Familie und ideal für Allerheiligen oder den Sonntagsbrunch.

  • Author: Sara
  • Prep Time: 30 Minuten
  • Cook Time: 25-30 Minuten
  • Total Time: 2 Stunden 30 Minuten (inkl. Gehzeit)
  • Yield: 12 Portionen 1x
  • Category: Gebäck
  • Cuisine: Deutsch

Ingredients

Scale
  • 500 g Weizenmehl (Type 550)
  • 1 Würfel frische Hefe (42 g) oder 2 Päckchen Trockenhefe
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 80 g weiche Butter
  • 80 g Zucker
  • 2 Eier (Größe M)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • Abrieb einer halben, unbehandelten Zitrone
  • 1 Prise Kardamom (optional)
  • 1 Eigelb (für den Glanz)
  • 2 EL Hagelzucker oder Mandelblättchen
  • Etwas Milch (zum Verdünnen des Eigelbs)

Instructions

  1. Das Vorteig ansetzen: Erwärmen Sie die 250 ml Milch, bis sie lauwarm ist. Bröseln Sie die frische Hefe hinein und rühren Sie sie ein, bis sie sich aufgelöst hat. Geben Sie 1 Esslöffel Zucker und 3 Esslöffel Mehl (vom Gesamtmehl) dazu. Verrühren Sie alles zu einem dünnen Brei. Decken Sie die Schüssel ab und lassen Sie das Vorteig an einem warmen Ort für etwa 15 Minuten gehen, bis es schäumt und Blasen wirft.
  2. Den Hauptteig kneten: Geben Sie das restliche Mehl, die weiche Butter, die restlichen 80 g Zucker, die beiden Eier, die Prise Salz, den Vanillezucker, den Zitronenabrieb und den optionalen Kardamom in eine große Schüssel. Gießen Sie das Vorteig dazu. Kneten Sie mit den Händen oder der Küchenmaschine mindestens 10 Minuten lang, bis der Teig geschmeidig und glatt ist und sich vom Schüsselrand löst.
  3. Die erste Gehzeit: Formen Sie den Teig zu einer Kugel, legen Sie ihn zurück in die Schüssel und decken Sie ihn mit einem sauberen Küchentuch ab. Lassen Sie den Teig an einem warmen Ort für mindestens 60 Minuten gehen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.
  4. Den Teig formen und flechten: Stürzen Sie den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche und teilen Sie ihn in drei gleich große Stränge. Rollen Sie jeden Strang zu einer etwa 30 cm langen Rolle. Legen Sie die drei Stränge nebeneinander und flechten Sie einen lockeren Zopf. Drücken Sie die Enden fest zusammen und schieben Sie sie unter den Zopf. Legen Sie den Zopf auf ein mit Backpapier belegtes Backblech.
  5. Die zweite Gehzeit: Decken Sie den Zopf erneut mit einem Tuch ab und lassen Sie ihn weitere 30-45 Minuten gehen, bis er nochmal deutlich an Volumen zugenommen hat.
  6. Den Ofen vorheizen und den Zopf bestreichen: Heizen Sie den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze (160 Grad Umluft) vor. Verquirlen Sie das Eigelb mit einem Schuss Milch und bestreichen Sie den Zopf vorsichtig mit einem Pinsel. Bestreuen Sie ihn mit Hagelzucker und/oder Mandelblättchen.
  7. Backen: Schieben Sie das Blech in die Mitte des vorgeheizten Ofens und backen Sie den Allerheiligenstriezel für 25-30 Minuten, bis er goldbraun ist und hohl klingt, wenn Sie auf die Unterseite klopfen. Lassen Sie ihn nach dem Backen auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen.

Notes

Die richtige Temperatur ist entscheidend: Milch, Eier und Butter sollten Zimmertemperatur haben. Nicht zu viel Mehl verwenden, sonst wird der Teig trocken. Die Gehzeit nicht verkürzen, da sie für die Luftigkeit wichtig ist. Den Zopf locker flechten, damit er nicht reißt. Die Eiglasur nicht vergessen, sie sorgt für die goldbraune Kruste.

Nutrition

  • Serving Size: 1 Scheibe (ca. 70 g)
  • Calories: 220
  • Sugar: 10
  • Sodium: 0.2
  • Fat: 8
  • Saturated Fat: 4
  • Carbohydrates: 32
  • Fiber: 1
  • Protein: 6

Keywords: Allerheiligenstriezel, Hefezopf, butterweich, traditionell, einfach, Hefeteig, Zopf, Backen, Omas Rezept

Did you make this recipe?

Share a photo and tag us — we can't wait to see what you've made!

You might also love these recipes

Leave a Comment

Recipe rating ★☆ ★☆ ★☆ ★☆ ★☆